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Ehrenbürgermeister Schlemper wird 90 Jahre alt (02.02.2018)



90 Jahre alt: Eschenburgs Ehrenbürgermeister Otto Friedrich Schlemper (Mitte) war von 1965 bis Ende 1992 länger im Amt als seine beiden Nachfolger Walter Jank (rechts, 1993-2004) und Götz Konrad (seit 2005). (Foto: Joachim F. Köster)


Wenn wir heute uns darüber freuen, dass das Freizeitbad „Panoramablick“ für die Region erhalten werden kann oder wie die Holderbergschule die Bildungs-Chancen ungemein erhöht, dann dürfen wir einem Mann besonders dankbar sein: Otto Friedrich Schlemper hat vor fünf Jahrzehnten dafür gekämpft, dass es so werden konnte, wie es nunmehr ist. Am 5. Februar wird er 90 Jahre alt.

In Oberroßbach ist er 1928 geboren und lebt in Eibelshausen seit 1951. In den Kriegsjahren 1942 bis 1945 hat er eine Lehre beim Dillkreis in Dillenburg absolviert. Die erste Verwaltungsprüfung 1948 war eine formelle Hürde, vielmehr geprägt hat ihn in den Nachkriegsjahren die Arbeit im Sozialamt: Vertriebene und Flüchtlinge galt es damals unterzubringen, die Menschen litten an den Folgen des Krieges, den Deutschland entfacht hatte. Wenn Otto F. Schlemper immer und immer wieder von der „Daseinsvor- und –fürsorge“ als wichtigster Aufgabe von Kreis und Kommunen spricht, dann ist diese Verantwortung bei ihm damals gereift unter der Volllast täglicher Arbeit, die vielfache Not überall ein bisschen lindern helfen zu können.  
Nach der zweiten Verwaltungsprüfung ging es 1953 ins Beamtenverhältnis, der „Diplom-Verwaltungswirt“ indes wurde ihm 1991 nachträglich verliehen kurz vor seinem Ruhestand. Das zeigt auch, wie seine Laufbahn nicht vom Lehrbuch, sondern vom Leben vorgezeichnet wurde.
Noch im Konjunktiv und womöglich auch auf Rat des Landrats bewirbt sich Otto Schlemper 1965 um das frei werdende Amt des Bürgermeisters: „Es wäre mir eine besondere Ehre, wenn ich zukünftig meine ganze Kraft in den Dienst meiner Heimatgemeinde stellen dürfte“, heißt es im Bewerbungsschreiben.
Wohl kaum knapper konnte die Wahl ausgehen: Aus einer engeren Auswahl von sechs Kandidaten fiel die Wahl auf den mit 37 Jahre jungen Otto Friedrich Schlemper am 18.06.1965 per Beschluss in der Gemeindevertretung von Eibelshausen: 8 Ja, 7 Nein. Gewählt zum Bürgermeister von Eibelshausen, schon auf sechs Jahre, aber ehrenamtlich. „Otto Schlemper, der die Nachfolge des langjährigen Bürgermeisters der Gemeinde, Karl Müller, der aus Altersgründen in den Ruhestand geht, antritt, war überrascht über seine Wahl. Er versicherte, sich mit besten Kräften für das Wohl der Gemeinde einzusetzen“, steht am 21. Juni 1965 in der „Dill-Zeitung“.
Dabei ging es nicht nur um die Gemeinde Eibelshausen, die damals gerade auf dem Sprung über die 3.000-Einwohner-Marke war, sondern ums Miteinander: Bereits 1964 war der Abwasserverband „Obere Dietzhölze“ gegründet worden zusammen mit Eiershausen und den vier Orten der heutigen Gemeinde Dietzhölztal – nur gebaut worden war noch nichts. Die geregelte Reinigung der Abwässer schuf Schlemper als Verbandsvorsteher bis zu seinem Ruhestand 1992.
Vor 50 Jahren begann er, für ein gemeinsames Schwimmbad zu werben. Bei der Gründung des Zweckverbandes „Mittelpunktschwimmbad Dietzhölztal“ waren noch nicht alle Nachbarn dabei, aber der wichtige Anfang war getan: Das Hallenschwimmbad konnte am 19. Februar 1973 eröffnet werden.
Das ging freilich nicht aus der Kleinstaaterei heraus. Von Gebietsreform war die Rede, Verhandlungen über Zusammenschlüsse – damals noch auf freiwilliger Basis – waren an der Tagesordnung. Für Hirzenhains damaligen Bürgermeister Alfred Busch, nicht unbedingt der beste Freund des Eibelshäusers, war Otto Schlemper „Mittelpunkt der neuzugründenden Großgemeinde“. Und auch Gemeindevorstand und Gemeindevertretung von Eibelshausen bescheinigtem ihrem Oberhaupt in einem Brief an den Innenminister ihrem bisherigen Bürgermeister, dass er „nicht nur seine dienstlichen Obliegenheiten gewissenhaft und zu unserer vollsten Zufriedenheit in den vergangenen Jahren erfüllte, sondern darüber hinaus seine ganze Kraft zum Wohle und Fortschritt nicht nur unserer Gemeinde, sondern als Verbandsvorsteher des ehemaligen Schulverbands, des Abwasserverbands „Obere Dietzhölze“ und des Hallenbadzweckverbandes auch für die Mitmenschen unserer Nachbargemeinden eingesetzt hat. Dank Schlemper konnte „eine Vielzahl seit Jahren anstehender dringender Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur in den letzten Jahren bewältigt werden“, lautete schon damals das Lob.
Für den friedlichen Zusammenschluss von Eibelshausen, Eiershausen und Wissenbach am 1. Oktober 1971 wurde Otto Schlemper zunächst für ein halbes Jahr „Staatsbeauftragter für die Aufgaben des Bürgermeisters“, der das „Gesetz zur Vorbereitung einer Gemeinde- und Kreisreform“ ausführte. Die Bewerbung um die Stelle des hauptamtlichen Bürgermeisters der Gemeinde Eschenburg, mit Besoldungsgruppe A 14 ausgeschrieben, war 1972 eine klare Sache: „Es wäre mir eine besondere Freude und Ehre, wenn ich auch zukünftig meine ganze Kraft in den Dienst unserer Heimatgemeinde stellen dürfte“, schrieb Otto F. Schlemper in die Bewerbung. Nachdem zum 1. Juli 1974 auch Hirzenhain und die beiden noch zum Altkreis Biedenkopf gehörigen Gemeinden Simmersbach und Roth dazukamen, wurde von der neuen Gemeindevertretung wieder der Bürgermeister gewählt. Schlemper stieg auf in die A 15, nachdem die Verantwortung über die Dörfer hinaus eigentlich schon lange eine weitaus höhere war.
Die Wahlen 1980 und 1986 waren keine Frage. Nachdem die „Großgemeinde“ auf die Größe von über 10.000 Einwohnern gewachsen war, kam der Amtsinhaber im letzten Jahr seines nunmehr 50-jährigen Dienstes in die Besoldungsgruppe A 16. Die Gemeinde Eschenburg war gut aufgestellt, die Zusammenarbeit mit den Nachbarn, vor allem mit der Gemeinde Dietzhölztal war gut angelegt und vorbereitet. In vielen Dingen war selbst im Kleinen das umgesetzt, was Otto F. Schlemper mit der „Daseinsvor- und –fürsorge“ meinte.
Obwohl seit 1993 im Ruhestand, geht es ihm um Verbundenheit, auch wenn er heute beispielsweise bei der Jahreshauptversammlung der einzelnen Feuerwehren in Eschenburg die Jüngeren verblüfft mit einer staatstragenden Rede aus dem Stegreif. Hängen bleibt in jedem Fall sein Zusatz: „Ich war, ich bin und bleibe einer von Euch.“
Zum 90. Geburtstag am 05.02.2018 lädt Otto Friedrich Schlemper unbürokratisch ein zu einem Empfang im Bürgerhaus in Eibelshausen ab 11 Uhr. Dann werden viele Weggefährten und Freunde das Glas heben und diesmal ihm zuprosten mit seinem eigenen Trinkspruch: „Da wollen wir mal gemeinsam vertrauensvoll in die Zukunft blicken!“





Riesen auf den Schultern unserer Vorgänger


Der Dank eilt Dir nach, wird Dich aber nie einholen – so lautet einer seiner Ratschläge, die man nicht sofort versteht. Das hat er auch selbst so erlebt. Und auch ich sehe gerade, dass heute – nach 50 Jahren – etliches erst zum Ziel kommt, was er angefangen hat. Die Holderbergschule als Gesamtschule mit Gymnasialzweig und das Freizeitbad „Panoramablick“ mit regionaler Bedeutung gehören beide dazu. Das kann ich als „Enkel-Nachfolger“, als den er mich zu Beginn meiner Amtszeit 2005 überraschend „adoptierte“, mit Fug und Recht behaupten. Denn wenn wir heute, bei der Einigung zum Erhalt des Schwimmbades oder die Bildungschancen in Eschenburg und Dietzhölztal, Erfolge bilanzieren, hat er meist den Anstoß dazu gegeben.
Die Rede ist von Otto Friedrich Schlemper, der am Montag (5. Februar) sein 90. Lebensjahr vollendet. Für seine 27 Jahre Dienstzeit in diesem Amt hat er den Titel Ehrenbürgermeister der Gemeinde Eschenburg erhalten. Und er benimmt sich auch so. Es gibt keine Feuerwehr-Jahreshauptversammlung bei der er ohne Grund fehlt. Otto Schlemper nimmt Anteil und weiß Bescheid.
Und wenn wir meinen, die Erde habe sich seit seiner aktiven Zeit mehrfach gedreht, dann mag das stimmen. Aber in den Grundfesten ist die Erde die gleiche geblieben. So hat Otto Schlemper, gerade zur Gebietsreform 1974 ein neues Haushaltsrecht einführen müssen, dass unserem Systemwechsel anno 2008 nicht nachsteht. Im Gegenteil: Wichtige Fundamente wie die Grundsätze der Einnahmenbeschaffung sind die gleichen. Wenn ich Otto F. Schlemper sehe, sein Wirken damals wie heute und seine Person, dann verstehe ich, was mein Geschichts-Professors Peter Moraw uns einst beibringen wollte, wenn er sagte: Wir sind Riesen auf den Schultern unserer Vorgänger.
„Ist das, der das Schlemper-Blättchen erfunden hat“, wurde ich mal gefragt. Ja, so ist es. Und so soll es auch bleiben. Auch wenn die „Wochenzeitung für die Gemeinde Eschenburg“ 12 Jahre die Handschrift von Walter Jank getragen hat und seit 13 Jahren unter meiner Verantwortung steht, wird es das „Schlemper-Blättchen“ bleiben.
Lieber Otto, möge dich zu Deinem 90. Geburtstag der vielfache Dank vieler einholen. Wir wünschen Dir weiterhin Schaffenskraft und Lebensfreude, Gottes Nähe in allen Lebenslagen, eine tragfähige Gesundheit und für die Zukunft „alles Goure!“

Dein Enkel-Nachfolger als Bürgermeister

Götz Konrad 



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