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Volkstrauertag nach Denkmal-Diebstahl (16.11.2017)



Vor und nach dem Denkmal-Diebstahl: Am Sonntag sollen auch dort Kranzniederlegungen die Erinnerung wach halten. Die zentrale Gedenkveranstaltung ist um 14 Uhr aufm Roth.


„Sorgt Ihr, die ihr noch im Leben steht, dass Frieden bleibt“, stand auf einer der Tafeln in Simmersbach. Nach dem Diebstahl der bronzenen Gedenkplatten in Simmersbach und Eibelshausen will die Gemeinde Eschenburg die Namen der Toten wieder an die vetraute Stelle bringen. Nach dem Volkstrauertag (19. November) wird dafür eine Spendenaktion starten können. Wie eine Prüfung durch das Finanzamt ergab, darf die Gemeinde Eschenburg Spendenquittungen ausstellen. Insgesamt zwölf Bronzeplatten, die an die Opfer der Weltkriege erinnern, sind Anfang August in den beiden Eschenburger Ortsteilen Eibelshausen und Simmersbach von den Friedhöfen gestohlen worden. „Hier ist nicht nur einfach Bronze gestohlen worden, hier wurde das Andenken von Menschen zerstört“, sagt Konrad. Neue Platten in Bronze würden etwa 38.000 Euro kosten, weshalb derzeit Alternativen in Stein geprüft werden. „Uns ist es wichtig, dass die Namen der Kriegsopfer wieder in die Ortsteile kommen“, sagt Konrad für den Gemeindevorstand. Karin Theis aus Simmersbach und Thomas Pfeifer aus Eibelshausen haben für die beiden Kirchenvorstände Hilfsbereitschaft signalisiert. Die Details müssen freilich auch bei ihnen erst noch geklärt und beschlossen werden. Grundsätzlich wollen die beiden Kirchengemeinden helfen.

„Die Namen sind das wichtigste an den Denkmälern. Wir können sehen, dass in den beiden Weltkriegen oder bei der Vertreibung aus der ursprünglichen Heimat Menschen ihr Leben verloren, deren Familien heute noch mitten unter uns wohnen. Diese Verluste haben Lücken im Leben gerissen, an die wir heute noch erinnern sollen“, sagt Bürgermeister Konrad.
Deshalb fällt dem Volkstrauertag am kommenden Sonntag (19. November) eine besondere Rolle zu. Die zentrale Gedenkveranstaltung der Gemeinde ist um 14 Uhr aufm Roth. Neben den Gremien der Gemeinde und Bürgermeister Götz Konrad gestalten der stellvertretende Dekan Gerhard Failing und der Männergesangverein „Harmonie“ Roth die Gedenkveranstaltung mit. In allen übrigen Ortsteilen finden Kranzniederlegungen statt, wobei teilweise Chöre und Pfarrer den Moment des Erinnerns mitgestalten:


  • 10:30 Uhr Eiershausen, Alter Friedhof

  • 11:45 Uhr Simmersbach, An der Friedhofshalle

  • 12:15 Uhr Eibelshausen, An der Friedhofshalle

  • 13:00 Uhr Hirzenhain, Ehrenmal Friedhof

  • 15:30 Uhr Wissenbach, Ehrenmal Friedhof




Als Zwischenlösung hat AP Werbung in Simmersbach und Eibelshausen (Foto) Tafeln erstellt.










Goure! Ein Beitrag von Bürgermeister Konrad

Parolen des Wahnsinns


Die Pläne für den gemeinsamen Bau eines Turmes auf der Eschenburg gab es ebenso schon vor Beginn der Nazi-Herrschaft. Beides passte aber so gut in das tolle System, das ein totalitäres war. In den Zeiten, als die NS-Filmindustrie schon verdeckte Durchhaltebotschaften in Filmen wie „Quax der Bruchpilot“ verpackte, war der seit 1923 in Hirzenhain praktizierte Segelflug willkommen für Propaganda und Nachwuchsrekrutierung. Das NS-Fliegerkorps unterhielt im „fliegenden Dorf“ eine Segelflugübungsstelle als Vorausbildung für die Luftwaffe. Und die Meldungen darüber landeten übers Reich verteilt in den Zeitungen, vor allem die Erfolge bei den beliebten Dauerflugrekorden. So lesen wir am 2. Juni 1942 im Weilburger Tageblatt und anderswo: „17jähriger Segelflieger 10 Stunden in der Luft. Montabaur. Eine sehr beachtliche Segelflugleistung wurde von einem 17jährigen Segelflieger in dem Segelfliegerlager Hirzenhain erreicht. Der Junge startete morgens um 8.30 Uhr und blieb bis 18.30 Uhr – also zehn Stunden – in der Luft. Bei dem erfolgreichen Segelflieger handelt es sich um den Ernst Pfeiffer aus Eibelshausen.“
Das ging auch weiter so, nachdem mit der Niederlage von Stalingrad die Wende im Krieg kam. „15 Stunden ununterbrochener Segelflug“, steht eine Meldung über Hirzenhain in der Ausgabe vom 15./16. Juli 1944. „Aus der Segelflugübungsstelle Hirzenhain der Gruppe 11/12 des NS-Fliegerkorps machte kürzlich der in der fliegerisch-vormilitärischen Ausbildung stehende Angehörige der Flieger-Hitler-Jugend Dobener aus Hirzenhain einen Dauersegelflug von über 15 Stunden. Er hat damit während seines Schulungslehrganges insgesamt 60 Flugstunden erreicht. Für diese segelfliegerische Leistung des erst siebzehnjährigen Flugschülers ließ NSFK-Gruppenführer Godt ihm ein Buch mit Widmung überreichen. Ähnlich sehr gute Zeiten sind bei günstigen Witterungsverhältnissen wiederholt auf den Übungsstellen des NS-Fliegerkorps erflogen worden. Sie beweisen, auf einen wie hohen Stand das fliegerische Können der dem Korps zur Ausbildung anvertrauten Flieger-Hitler-Jungen durch die intensive Schulungsarbeit der NSFK-Ausbilder gebracht wird.“
Dass die Lufthoheit im Sommer 1944 schon längst an die Alliierten verloren war, zeigen die verzweifelten Meldungen und Methoden, mit denen gegen die „Luftgangster“ zu kämpfen versucht wurde. Am 16. März 1944 schreibt der Landrat im Weilburger Tageblatt: „Wohnraumbeschaffung ist zur Zeit die wichtigste Form der zivilen Luftabwehr. Je weniger es den Luftgangstern gelingt, die von ihnen beabsichtigte Obdachlosigkeit in Deutschland Platz greifen zu lassen, desto nutzloser ist ihr großer Aufwand an Luftkriegsmitteln gegen Unbewaffnete.“ Oder kurz in der Überschrift: „Wohnraumbeschaffung. Die Abwehrform der Unbewaffneten“
Schneller bauen als die anderen bombardieren – solche Parolen des Wahnsinns muss man sich zum Volkstrauertag mal vorhalten. Jedes Jahr.



Ihr Bürgermeister



Götz Konrad






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